One Love | Slavonski Brod 16.11-22.11
1
post-template-default,single,single-post,postid-1,single-format-standard,ajax_fade,page_not_loaded,,wpb-js-composer js-comp-ver-4.6.2,vc_responsive

Slavonski Brod 16.11-22.11

 

Hallo zusammen,

One Love war mit Fabian Ruf und Marco Bösch letzte Woche in Slovanski Brod am Helfen. Es handelt sich dabei um das momentan größte Flüchtlingscamp an der Balkanroute an der kroatisch-bosnischen Grenze, welches von der kroatischen Regierung geführt wird.

Das Lager wurde als Ersatz für Opatovac erstellt, wo One Love mit vielen anderen Helfern schon aktiv war. Jedoch läuft es in Slavonski Brod völlig anders ab. Als Volunteer muss man sich registrieren, um im Lager helfen zu können und man wird teilweise am Eingang durchsucht. Die Volunteer Organisation IHA hat erreicht, dass freiwillige Helfer unter vielen Auflagen Kleider an die flüchtenden verteilen können. Unter dem Namen IHA haben wir dort auch zusammengearbeitet.

Der Ablauf sieht in etwa so aus. Die Hilfesuchenden werden mit dem Zug direkt ins Lager gefahren und nach dem Aussteigen direkt zu Registration geführt. Danach erhalten sie ein kleiner Beutel mit einem Apfel, ein bisschen Brot usw und werden in einen der 6 eingezäunten Sektoren geführt in welchen Zelte, Toiletten und Duschen stehen. Dort müssen sie dann warten, bis sie ein weiterer Zug Richtung Slovenien bringt. Dies kann sehr schnell passieren, oder auch mehrere Stunden dauern. In diesen Sektoren hatten wir die Möglichkeit unsere Kleiderspenden gezielt zu verteilen. Zuerst konzentrierten wir uns meistens auf die Kinder, damit diese wenigstens Winterkleidung für die weitere Reise haben. Aber es hatte auch wieder Menschen in Flipflops oder ohne Jacken oder solche, die nach ein paar Wochen einfach mal wieder ihre Socken oder T-Shirts wechseln wollten. Wir versuchten den grundlegenden Bedürfnissen dieser Menschen, so gut es ging entgegen zu kommen.

Die Polizei war auch nicht immer sehr angenehm. Die Flüchtlinge wurden teils mit Gebrüll auf Englisch in den Zug gedrängt, obwohl teils Familien noch auf der Suche nach ihren Angehörigen waren. Es bringt nichts, jemanden anzuschreien der einen nicht versteht und dieser wird sich auch nicht zum Einsteigen bewegen lassen, wenn er auf der Suche nach seinen Kindern ist. Wir versuchten bei solchen Situationen zu vermitteln und auch die Kinder wieder zu finden.

Ich könnte noch seitenweise weiterschreiben, da wieder so viel passiert ist. Meiner Meinung nach ist das Lager ein Schritt in die richtige Richtung, da dort eine Versorgung aufgebaut werden kann. Dazu gehört jedoch auch etwas Warmes zu essen und einen anständigen Umgang mit den Menschen.

Und ich wollte mich nochmals für die Spenden von euch bedanken. Die meisten Kleider konnte ich im „Versorgigsfahrzüg Don Vito“ mitnehmen und im dortigen Kleiderlager einsortieren. Einiges wurde auch schon verteilt.
Auch für die teils finanzielle Unterstützung bin ich dankbar, damit ich nicht die ganzen Kosten selber tragen muss.

Nächsten Mittwoch trifft sich „One Love“ Schweiz um den nächsten Einsatz zu planen. Für den wird auch wieder finanzielle Unterstützung gebraucht. Falls ihr also die Möglichkeit habt, bei eurer Arbeit oder Schule eine Spendenkasse aufzustellen, wir sind froh um jeden Beitrag. Wir werden euch auf dem Laufenden halten.

Zum Schluss will ich mich bei allen freiwilligen Helfern bedanken, die ich bis jetzt kennenlernen durfte. Von der Schweiz, Deutschland, Österreich, Frankreich, Norwegen, Tschechien, Kroatien, England, Schottland, Kanada uvm. Ohne euch wäre das alles nicht möglich! Es arbeiten so viele unermüdlich, um den Flüchtenden zu helfen. Selbstlos, teils bis zum Rand der Erschöpfung. Man unterstütz sich gegenseitig, baut sich auf, tröstet, lacht, trinkt zusammen etwas, um das erlebte zu verarbeiten und steht zusammen ein für eine bessere Welt. Dass so schnell aus fremden Menschen gute Freunde werden ist einfach schön. So können wir den Flüchtlingen gemeinsam die Reise erleichtern.

In diesem Sinne

One Love <3